劍虹  武館  德國  CHIEN HONG  WU GUAN  DE GUO 
"SAN YAO SU"- Verein für chinesische Kampf- & Bewegungskünste e.V. 

Die 5 Wandlungsphasen 

Elementekreis , chin.:  五行 - Wu Xing - 5 Elemente


Die Lehre der 5 Elemente ist ein daoistischer Versuch der Beschreibung unserer Natur. Sie untersucht im Allgemeinen Gesetzmäßigkeiten dynamischer Prozesse (Wandlungen) im Bereich der belebten Materie bzw. des Lebendigen.

Die 5 Elemente sind:

Holz (木 , Mu)

Feuer (火 , Huo)

Metall (金 , Jin)

Wasser (水 , Shui)

Erde (土 , Tu)

[Im Buddhismus sind im Gegensatz zur daoistischen Lehre die 5 Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Leere!!]

Diese 5 Elemente sind direkt aus der Natur abgeleitet und ihre "Eigenschaften" zeigen die Beziehungen zwischen Erde (Yin), Mensch (Dao) und Himmel (Yang) auf. 

Diese daoistische Lehre der 5 Elemente bzw. der 5 Wandlungsphasen spielt eine große Rolle in dem Verständnis der TCM wie auch in vielen traditionellen chinesishcen Kampfkünsten.

Die Elemente bzw. ihre Eigenschaften sind nicht statisch, sondern unterliegen ständigen Wandlungen und sie stehen in aufbauenden oder zerstörenden Beziehungen zueinander. Auf diese Beziehungen lassen sie sich auch die Naturgesetze zurückführen. 

Während der Shang - Dynastie (1600 - 1046 v. Chr.) wurden den 5 Elementen auch die 5 Richtungen Nord (Wasser, Shui), Ost (Holz, Mu), Süd (Feuer, Huo), West (Metall, Jin) und Mitte (Erde, Tu) zugeordnet.

In den Kampfkünsten werden den 5 Elementen bestimme Tiere und deren Eigenschaften, sowie entsprechende Techniken / Technikabläufe zugeordnet. für das Hong Jia Kung Fu sieht das wie folgt aus:

Holz  - Kranich; aufhalten, durchdringen, gleichzeitiges Blocken und Angreifen

Feuer - Drache; explosionsartige, schnelle, kurze, gerade Fauststöße (Trommelfeuer)

Metall - Schlange; schneiden, spalten, trenne mit Unterarm oder Rückhand (Axt, Hammer)

Wasser - Tiger; lange kraftvolle schwingende Auf- und Abwärtsbewegungen (Welle)

Erde - Leopard; kraftvolle Bewegungen von unten nach oben (aus der Erde kommend, Erdbeben)

Es gibt aber auch durchaus andere Zuordnungen von Tieren zu den Elementen. Häufig werden neben dem Drachen auch andere chinesische Fabelwesen wie der Phönix, der Feng Huang (Vogel, ähnlich dem Phönix), das Qi Lin (Einhorn), usw. verwendet.

Die verschiedenen Beziehungen der Elemente und ihrer entsprechenden Eigenschaften untereinander erzeugen verschiedenen in sich geschlossenen Zyklen.

Es gibt im wesentlichen 4 Zyklen:

1. Zyklus - nährender Zyklus: (verläuft im Uhrzeigersinn)

Hier nähren sich die Elemente gegenseitig, das heißt das vorangehende Element ermöglicht / unterstützt das Nachfolgende, das Nachfolgende entsteht also. (Beziehung Mutter - Kind):

 - Holz lässt Feuer brennen -

- -Feuer (Asche) reichert die Erde mit Nährstoffen an -

- Erde bringt Metall (Erze) hervor -

- Metall (Spurenelemente) belebt das Wasser -

- Wasser lässt Holz wachsen (Bäume, Pflanzen) -

2. Zyklus - schwächender Zyklus: (verläuft gegen den Uhrzeigersinn)

Hier entwickelt sich das nachfolgende Element aus seinem Vorgänger heraus, der Vorgänger vergeht also. (Beziehung Großmutter - Enkelkind):

- Feuer verbrennt Holz -

- Holz saugt Wasser auf -

- Wasser korrodiert Metall -

- Metall entzieht der Erde Mineralien - 

- Erde erstickt das Feuer - 

3. Zyklus - kontrollierender Zyklus:

Jedes Element kann in dem Sinne kontrollierend auf ein anderes Element einwirken, das es weder zu Mangel, noch zu Überschuss einzelner Elemente kommt, also das Gleichgewicht gewahrt bleibt.

- Wasser löscht / reduziert Feuer - 

- Feuer schmilzt Metall -

- Metall (Axt) spaltet Holz -

- Holz (Pflanzen) entzieht der Erde Nährstoffe, aber hält diese auch zusammen (Wurzeln) -

- Erde (Dämme) hält Wasser zurück, verschmutzt es aber auch -

4. Zyklus - schädigender Zyklus:

Gegenteiliger Prozess des kontrollierenden Zyklus wird als destruktiv beschrieben.

- Wasser weicht Erde auf (Erosion) -

- Erde erstickt Holz -

- Holz macht Metall stumpf -

- Metall nimmt Feuer (Hitze) auf -

- Feuer verdampft Wasser -

Das Verständnis dieser Zyklen ist fundamental für das Verständnis der TCM, aber auch wichtig für die traditionellen chinesischen Kampfkünste.

So kann man durch das Wissen um die 5 Wandlungsphasen seine eigenen Techniken verstärken, oder aber die des Gegner abschwächen oder kontrollieren (z. B. die Kraft des Gegners nutzen). So könne Tiger - Techniken (Metall) die Techniken des Kranichs (Holz) verstärken (Hong Jia wird auch als der Tiger - Kranich - Stil bezeichnet !!!).

[Im Hong Jia Kung Fu wird dieses Wissen mit der Form "Shi Xing Quan" ("Sap Ying Kuen"), bestehend aus "Wu Xing Quan" ("Ng Ying Kuen" - 5 Elemente Faust) & "Wu Xing Quan" ("Ng Hang Kuen" - 5 Tiere Faust) vermittelt.




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