劍虹  武館  德國  CHIEN HONG  WU GUAN  DE GUO 
"SAN YAO SU"- Verein für chinesische Kampf- & Bewegungskünste e.V. 

P h i l o s o p h i e

(Einfluss der chinesischen Religionen auf das Kung Fu)




Im Allgemeinen werden die chinesischen Kampfkünste durch 2 Dinge philosophisch beeinflusst:

Zum einen bildet der allgemeine chinesische "Volksglaube"die Grundlage, zum anderen sind die Kampfkünste geschichtlich sehr stark mit den 3 Religionen Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus verbunden. 

Daraus ergaben sich im Laufe der Zeit die Tugenden der Kampfkünste - auch Wu De (Mo Dak) genannt.

 
 




Shenismus - Volksglaube

Shensmus bezeichnet ein Gemisch aus teils religiösen und teils nicht-religiösen Praktiken. Er besitzt keine eigene Theologie oder Organisation. 

Kern des Volksglauben bilden Riten aus der Zeit der "Shang-Dynastie" (1600 - 1050 v. Chr.) die hauptsächlich innerhalb der Familie praktiziert werden.

Auf unterschiedlichste Weise werden hier Götter, Geister und Ahnen verehrt. Der Volksglaube gilt als Ursprung des Konfuzianismus und des Daoismus. 


Einfluss auf die Kampfkünste:

"Ahnenkult", Verehrung der Vorfahren




Die Verehrung Kong Zi´s ("Meister Kung", Konfuzius) als Vorbild und Ideal durch seine Anhänger in Bezug auf seine moralischen Lehren und seine eigene, mustergültige Lebensweise sind der Beginn des Konfuzianismus (Lehre der Anhänger der Schule der Gelehrten).

Dies Schule steht also für Moral, Ehre, Benehmen, Sitte und Anstand. Maßgebend ist die strenge Befolgung der Treue und des Mitleids. Behutsamer Umgang mit der eigenen Person führt zu Rücksicht anderen gegenüber. 

Einfluss auf die Kampfkünste:

familiäre Struktur, Loyalität, Verehrung der Meister und Großmeister, Wertschätzung des "Lernens" und "Studierens"


Konfuzianismus



Daoismus:

Im Daoismus wird die Natur nicht nur betrachtet, sondern auch imitiert. Das Nachahmen von Bewegungsweisen der Tiere soll Einfluss auf die Erhaltung der Gesundheit nehmen und somit das Leben verbessern und verlängern. 

Die Konzepte von "Yin & Yang", den "acht Richtungen" (8 Trigramme), dem"Qi"  und den "5 Wandlungsphasen"(Elementekreis) entspringen dem Versuch, die Natur zu erklären. 

Auch entspringt dem Daoismus die Erkenntnis über die Kraft des "Weichen"sowie die körperliche und geistige Kultivierung durch Atemkontrolle.

Ein zentrales Thema im Daoismus ist die Suche nach der Unsterblichkeit.

Einfluss auf die Kampfkünste:

verschiedenste Tierstile, Tai Chi, Qi Gong, "Fühlen" des Gegners ("Chi Sao"), Umleiten der gegnerischen Kraft, kultivieren, leiten und nutzen der inneren Energie, ... 

(Kung Fu ist somit ein praktischer Weg zu einem höheren Bewusstsein und tieferen Verständnis der Natur, der Welt und seines eigenen Wesens; also zum Daoismus)





Beginnt mit dem indischen Mönch Damo (Boddhidharma) um 520 v. Chr. Er soll im Shao Lin Kloster von Henan mehrere Jahre sitzend meditiert haben, bis sich sein Schatten in die Höhlenwand eingegraben hatte. 

Es ging ihm um die Befreiung des Geistes von umherschweifenden Gedanken und dem "Sein" im "Hier und Jetzt". Leitthema ist die Intuition, welche das Verstehen lenkt, Verstand und Denken spielen dabei keine Rolle. 

Die buddhistische "Mitleidslehre" lehrt Gewaltlosigkeit.  Gewalt kann keine Gewalt beenden, Freiheit liegt in der Freiheit von Ärger und Hass. 

Einfluss auf die Kampfkünste:

Achtung vor dem Leben, Disziplin, Selbstbeherrschung, Bescheidenheit, Geduld, Lernen zu wissen "was der Gegner tut, bevor er es tut"



Buddhismus: 

(speziell: Chan - Buddhismus)


Bedeutung für das CHIEN HONG KUNG FU DEUTSCHLAND:

Wie auch die chinesischen Kampfkünste im allgemeinen orientieren wir uns im CHIEN HONG KUNG FU DEUTSCHLAND an den oben ausgeführten Normen und Sichtweisen.


Auch für uns gelten die allgemeinen Kampfkunsttugenden des Wu De (Mo Dak):


- Befolge die Regeln und zeige Disziplin

- Entwickle ein Gefühl für Ordnung und Gerechtigkeit

- bewahre dir einen moralischen Charakter

- vermeide böse Gedanken

- übe fleißig und gewissenhaft

- sei friedlich und geduldig

- schütze die Schwachen und hilf den Guten

- Ehre die Begründer und deine Lehrer

- Lerne erst Gerechtigkeit und Menschlichkeit, dann lerne Kung Fu

- ...

Die Wu De, aufgestellt von Huang Fei Hong




für das CHIEN HONG KUNG FU speziell heißt das:


- wir üben Kung Fu im Körper und Geist zu trainieren

- wir lernen nicht Kung Fu um Wettkämpfe zu gewinnen

- wer kämpfen lernen will, ist bei uns fehl am Platz

- die Fähigkeit zu Kämpfe betrachten wir als "Abfallprodukt" des Trainings der chinesischen Kampfkünste

- Hauptaugenmerk liegt auf dem Verständnis und nicht auf dem schnellen Voranschreiten

- wer versteht, kann anwenden, wer anwenden kann, kann kämpfen, wer kämpfen kann geht einem Kampf aus dem Weg

 

 



!!! ALLES IST KUNG FU !!!